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Pressestimmen "Harte Weiche"
... Wie am Schnürl sprudelten die Pointen ...
Allgäuer Zeitung
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| Pressestimmen "Prost Mahlzeit"
...Als Berauer mit seinem Programm am Ende ist, will ihn das Publikum einfach nicht gehen lassen. Nach jeder Zugabe verlangt es stürmisch eine weitere. Und Berauer stellt sich jeder...
Leonberger Kreiszeitung
... Überaus unterhaltsam ...
Schaumburg-Lippische Landeszeitung
... bissige Kurzweil ...
Münchner Merkur
... jede Menge hintergründige Ironie und Wortwitz ...
Badisches Tagblatt
... Das Erfolgsrezept ist klar: Seine ausufernden Figuren sind so nah am Leben, dass man sich wiederfindet. Selbst als Nichtbayer ...
SZ Schwabmünchen
... Ob er philosophische Gespräche mit einem
Regenwurm hält, Gitarre spielt oder beissenden
Spott versprüht - Berauer ist gut ...
Schwäbische Zeitung
... Eine grosse Rolle spielt in seinem Programm die Sprache, ob als Rhytmusinstrument oder durch Wortschöpfungen, Rainer Berauer kennt sein Medium genau und versteht es, auch und gerade als Oberbayer alle Möglichkeiten der Sprache zu nutzen und erweist sich als Kommödiant sowie als Kritiker mit besonderer Klasse ...
Allgäuer Zeitung
... überzeugende Rollenspiele ...
Oberpfälzer Nachrichten
... Dieser trocken valentineske, fast "ernsthafte" Humor bietet ihm dann auch die Möglichkeit, aus dem Stand ins Innerste der Besucher zu treffen und mal wieder so richtig die Lachmuskeln zu attackieren ...
Buchloer Zeitung
... urkomisch ...
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Übersicht Artikelarchiv "Harte Weiche":
Allgäuer Zeitung vom 18.03.2004
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Übersicht Artikelarchiv "Prost Mahlzeit.":
Leonberger Kreiszeitung, 20.09.2004
Schaumburg-Lippische Landeszeitung vom 09.09.2003
Münchner Merkur vom 27.03.2003
Buchloer Zeitung vom 18.02.2003
Badisches Tagblatt vom 10.02.2003
SZ Schwabmünchen vom 31.10.2002
Allgäuer Zeitung vom 24.09.2002
Schwäbische Zeitung vom 14.09.2002
Oberpfälzer Nachrichten vom 30.07.2002
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Schaumburg-Lippische Landeszeitung vom 04.09.2003:
Vom Pobacken-Picken bis zum Extrem-Chamber-Windowing
Nachtausgabe: Rainer Berauer mit "Prost Mahlzeit - Survival für Oberbayern"
Bückeburg. Mit dem Gastspiel des Kleinkünstlers und Kabarettisten Rainer Berauer ist am Dienstagabend der Nachtausgabe ein excellenter Start ins zweite Halbjahresprogramm 2003 gelungen. Mehr als 100 Zuschauer wollten sich den Auftakt der von der Schaumburg-Lippischen Landeszeitung und der Volksbank Bückeburg-Rinteln organisierten Veranstaltungsreihe in der Kundenhalle des Geldhauses nicht entgehen lassen.
Berauer, eingeborener und bekennender Oberbayer, war einigen Besuchern noch von seinem Gastspiel mit der Musikkabarettgruppe "Giesinger Sautreiber" in Erinnerung. Heuer wandelt der Autor und Initiator der Schweinehetzer solo durch die "Hölle der Aufmerksamkeit", wie er in einem Nebensatz treffend die Brettln der Kleinkunstbühne beschrieb. Aus dem Borstenvieh, das früher im Quartett durch´s Dorf gejagt wurde, ist ein Regenwurm geworden. Die Qualität des Gebotenen hat indes nicht gelitten.
Der Vertreter der Spezies Lumbricidae, der zur Familie der wenigborstigen Ringelwürmer(!) gezählt wird, dient dem Künstler sozusagen als roter Faden. Der feuchtigkeitsbedürftige Bodenbewohner kommt allenthalben zum Vorschein, wenn den Zuhörern besonders knifflige Sachverhalte zu erläutern sind. "Dann kannst ja sogar vom Ami der Präsident werden", wird dem Humusbilder attestiert: Erstens, weil er, ähnlich wie der amerikanische Präsident bei der Suche nach Osama Bin Laden, stets im Dunkeln tappt und, zweitens, wegen seines außergewöhnlichen Regenerationsvermögens - wenn man ihn zerteilt, lebt er, unabhängig davon ob das Hirn im Vorder- oder im Hinterteil steckt, als zwei Würmer weiter.
Berauer agiert zuweilen, obwohl adrett im schwarzen Anzug auftretend, durchaus hemdsärmelig. Sein unter das Motto "Prost Mahlzeit - ein Survival für Oberbayern" gestelltes Programm entpuppt sich als muntere Reise durch die Zeitgeistlichkeiten, auf der jeder sein Fett wegbekommt. Die Stationen reichen vom Gesäßbereich über das Vorderschneutzelreuther Tourismus-Modell bis zum ganzheitlichen Kazoo-Kurs. Der Stations- und Rollenwechsel gelingt auf der spärlich möblierten Bühnemit einfachsten Mitteln. Zumeist reicht eine Perücke, mal eine Sonnenbrille, um den Charakterwandel Realität werden zu lassen. Den Problemstellungen wird schmähsüchtig und bisweilen hinterfotzig auf den Grund gegangen. Mitunter bedient er sich des Hochdeutschen. Häufig greift er zur Gitarre.
Beim Allerwertesten gelingt es dem bekennenden Oberbayern spielerisch, das Auditorium zum Mitsingen des Pobacken-Picken-Liedes zu animieren. Beim Touismus-Modell verkauft er Extrem-Chamber-Windowing (auf gut Bayerisch Kammer-Fensterln) als angesagte Trendsportart. Und beim Blasen auf dem Kinderinstrument offeriert er drei im halbmondförmigen Kreis ums Mikrophon drapierten Bückeburger Brüdern und Schwestern die ganzheitliche Chance, Konversation mit Buckelwalen aufzunehmen. Der "tiefe Sinn in diesem kleinen Instrument" erschließt sich Akteuren und Publikum auf Anhieb. Ärgerlich: Der in Vorbereitung befindliche Exkurs "Ganzheitliches Sehen für Taubstumme" besitzt nach Berauers Angaben noch nicht die definitive Aufführungsreife.
Dennoch waren die knapp zwei Stunden überaus unterhaltsam und kurzweilig. Gelegentlich gab sich der Profi erstaunt, was in einigen Themen "alles drinsteckt". Beispiel "Mann und Frau": Hier war der Bundeskanzler, respektive dessen Frau Doris an der Reihe. Deren Intelligenz erweise sich bereits durch den Verzicht auf eine durchaus vorstellbare Doppelnamengebung: Sowohl "Schröder-Köpf" als auch "Köpf-Schröder" wäre möglich. "Habt´s mi?"
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Münchner Merkur vom 27.03.2003
Ein Sautreiber im Anzug - na, Prost Mahlzeit
Berauer mit bissigem Soloprogram
Pasing. - "Kultur und Mehr" war am Dienstagabend wieder im Prinzregent Garten in Pasing angesagt. Diesmal stand Rainer Berauer mit seinem bayerischen Solo-Kabarett "Prost Mahlzeit" auf den Bühnenbrettern und sorgte für bissige Kurzweil.
Bitterböse und mit derben pointen zeichnete der Giesinger Sautreiber in seinem ersten Alleingang ein Bild zwischen bäuerlichem Charme alter Traditionen und bissigen Puls unserer Zeitgeistmoral. So ließ er mit der Schürze um den Hals Zweifel aufkommen, ob ein Mann wirklich zur Hausarbeit geschaffen ist und die Frau das Geld ranschaffen sollte ("...und wenn die Rosi abends heimkommt, was die dann vo mir no ois valangt...").
Als langjähriger Profi im Showbusiness erzählte Berauer von einer lampenfiebrigen Musikerkrankheit ("...und wenn´s dann zwisen den Pobacken langsam zu transpirieren beginnt...") und ließ sich hier zu einem passenden Mitsingrefrain inspirieren. So sangen und klatschten Künstler und Publikum eifrig zu "Wenn die Pobacken bicken...". Aus drei Freiwilligen der Zuhörerschaft stellte Berauer eine provisorische Blaskapelle zusammen, um eine imaginäre Reise zakustisch einzukleiden. Das göttliche Medium - ein Faschingspfeiferl - verabreicht, dirigiert er seine musischen Jünger flugs als pseudoesoterischer Guru Magnus Edelrauther durch jedwede Naturgewalten zu den Gipfeln ihrer ureigensten Muikinstinkte.
Mit goldenen Bauernregeln aus eigener Feder und mit Gitarre als Gstanzl dargeboten verabschiedete sich Rainer Berauer vom begeisterten Publikum ("...und mir sann ja heit in rekordverdächtiger Zeit durchgekommen..."). Doch durch seine Wertung des Klatschgeräusches als Forderung nach einer Zugabe, bekamen die Zuhörer noch rabenschwarz pikante Hintergründe ungleicher Triebverhaltensweisen bei Frauen und Männern.
Wer Appetit auf Rainer Berauers erstes Soloprogramm bekommen hat, dem sei die Münchner Drehleier ans Herz gelegt. In der letzten Mai und ersten Juniwoche (2003) heisst es dort wieder "Prost Mahlzeit.
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Buchloer Zeitung vom 18.02.2003
Valentineske Tipps für alle Lebenslagen
Rainer Berauer begeistert im Lindenberger "Hirschraguuh"
von Günther Enzensberger
Ist die Heimat krank? Und wenn nicht, warum braucht sie dann einen (Heimat)-Pfleger? Diese und andere Gragen beantwortete Rainer Berauer in seinem Kabarett-Soloprogramm "Prost Mahlzeit!" auf der Lindenberger Kleinkunstbühne Hirschraguuh.
"Original Allgäuer Statements" wie "Wenn i droben bin, kann i runterschau´n" wechselten sich dabei ab mit liberalen Ansichtsweisen, Standpunkten und Vorlieben. So entstand auch der Refrain des Liedes d´Katz frisst Meis, doch ich mechts net mal anbrot"n.
Auch die etweas anderen Bauern-Gstanzeln wie "Hat der Bauer Lust auf Schinken, muss hinterher der Eber hinken", waren zu hören. Eher gut bürgerlich ging es bei der Vorlesung eines Tagebuches von einem Zugezogenen zu, der unter Vollzug der Bräuche in den örtlichen Sportverein aufgenommen wurde. Für die nachbarschaftlichen Beziehungen verwies Berauer auf folgenden Rat. "Für deinen Neid müßte ich viel zu hart arbeiten."
Pikanter wurde es dann, als Berauer die Ehe und das Sexualleben näher beleuchtete. So stellte er fest, dass "es" ja auch die Frau an sich mag, doch möchte sie eher geliebt und begehrt sein. Und so wurden verschiedene Praktiken fallbezogen ausführlich erläutert. Da auf das Vergnügen auch die Haushaltsführung folgt, karikierte er den morgendlichen Ehemann ebenso wie den überforderten Hausmann , der schliesslich den Hund an die Tür nageln möchte, "samt INRI-Schild".
Berauer trägt bei seinem Auftritt einen Anzug der über 100 jahre alt ist und mit der typischen Taschenuhrkette und anderen Details perfekt zu seinem Karl-Valentin-ähnlichen Humor passt. Dieser trockene, fast "ernsthafte" Humor bietet ihm dann auch die Möglichkeit, aus dem Stand ins Innerste der Besucher zu treffen und mal wieder so richtig die Lachmuskeln zu attackieren.
Die nächsten Vorführungen finden im Münchner Prinzregentgarten statt. Und auch im Allgäu wird Berauer wieder erwartet:
Im Herbst in Irsee.
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Badisches Tagblatt vom 10.02.2003
Bayerische Ironie hilft zu Uberleben
Baden-Baden (mg) - Ungeschoren kam bei Rainer Berauer fast keiner davon: Der Kabarettist aus Oberbayern hatte für die unterschiedlichsten Zielgruppen" jede Menge hintergründige Ironie und bissigen Wortwitz bei seinem Auftritt am Freitag im Baden-Badener Kunstkaufhaus übrig - alles natürlich gepaart mit bayerischer Direktheit und Mundart.
"Prost mahlzeit - Ein "Survival" für Oberbayern" nennt Berauer sein Soloprogramm., mit dem er auf der Kleinkunstbühne in der Innenstadt gastierte. Dabei kommt der Kabarettist mit wenig Accessoires und gänzlich ohne Showeffekte aus: Ein Holzstuhl wie aus dem bayerischen Wirtshaus, eine Gitarre für gesungene "Weisheiten", ab und an eine Perücke, und als immer wiederkehrendes Amusement einen Regenwurm, der sich in der Hosentasche des Bayern auffand. In der Wildnis Oberbayerns braucht man keine große Ausrüstung zum Überleben.
Das große Verdienst von Berauer ist, dass er seine Geschichten aus dem Leben zu greifen versteht - allzu überzogene Konstrukte passen nicht in sein Programm. Authentisch sind vor allem daher die Geschichten, die unmittelbar in seiner oberbayrischen Heimat spielen. "Herr Bürgermeister, Herr Pfarrer, verehrte Gemeinderäte." Nur so würde wohl ein angehender Investor für ein "Fensterln-Event" auf leer stehenden Almhütten sein Publikum begrüßen. Dass etwaige moralische Bedenken absolut haltlos seien, beweist der Kabarettist im Dialog zwischen Investor und imaginären Zuhörern. Das Problem wird so gelöst, dass bayerisch unumwunden auf die Verfehlungen der Kirche und lokalen Politik hingewiesen wird. "Habt´s mi?"
Ähnlich amüsant ist der Ausflug eines zugereisten oder besser "reingeschmeckten" Hobby-Fußballers, der Anschluss bei den örtlichen Alten Herren sucht. Dass dies in einem ausführlichen Kneipenbesuch enden muss, ahnte das Publikum im Kunstkaufhaus schnell. Die Art zu erzählen, mit teils herrlichen Wortschöpfungen, macht den Reiz Berauers Programm aus.
"Es ist schon hart, wenn man plötzlich so im grellen Licht der Aufmerksamkeit steht", sprach der Kabarettist sicherlich drei Zuschauern aus der Seele, die zuvor zum aktiven Mitmachen auf der Bühne überredet wurden. Ein undefinierbares Musikinstrument hatten sie zu spielnen und zu schnattern, und bildeten somit den Klangteppich für einen Seitenhieb auf Esoterik und Schöne-Welt-Volksmusik.
Fast keiner konnte dem Oberbayern entkommen: Nicht der unverwüstliche Pauschaltourist, nicht der fanatische Internet-Benutzer, nicht der amerikanische Präsident, nicht die Bauern und erst gar nicht bayerische Doppelmoral. Berauer muss nicht in unzählige Rollen schlüpfen, um den Menschen den Spiegel vorzuhalten. Er bleibt er selbst, mal mit und mal ohne Gitarre. Sicherlich ein guter Ansatzpunkt, um zu überleben.
Und was war mit dem Regenwurm? Der hatte Glück. Zwischendurch sinnierte Berauer zwar, in welcher Tonne ein Wurm umweltpolitisch korrekt zu entsorgen sei - Biotonne gehe nicht, da man nicht wisse, wo der Wurm überall schon war - doch letztendlich durfte er in der Hosentasche bleiben und dem Kabarettisten Themenvorschläge für seinen nächsten Auftritt ins Ohr flüstern.
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SZ Schwabmünchen vom 31.10.2002:
Survival auf oberbayrisch
Rainer Berauer begeistert Publikum in der "Roßtränke"
Der langjährige Autor, Initiator, Sänger und Gitarrist der legendären Musikkabarettgruppe "Giesinger Sautreiber", die im juli ihren Abschied bekannt gab, stellte nun sein Soloprogramm "Prost Mahlzeit." vor. Mit Seitenhieben in alle möglichen Richtungen, frech, scharfzüngig und zuweilen ganz schön hinterfotzig legte er sich in der ausverkauften Roßtränke ins Zeug.
Schlag auf Schlag ging es dabei pfiffig zur Sache. Jung und Alt waren schon bald begeistert von seinem rasanten Rundum-Entertainment voller Tiefgang und höchstem Unterhaltungswert. Das Erfolgsrezept von Rainer Berauer ist klar: Seine ausufernden Figuren sind so nah am Leben, dass man sich fast immer wiederfindet. Selbst als Nichtbayer, obwohl der Kabarettist die Dinge von der oberbayrischen Provinz aus betrachtet.
Diesmal hat sich Rainer Berauer durchaus den Aspekten des "Survivals" verschrieben. Ausdrucksstark und mit enormer Präsenz schlüpfte er dabei in unterschiedlichste Rollen, um die Konflikte im Zeitalter des Laptops und Lederhose mit Humor original oberbayrisch zu lösen.
Der Senner als Obermanager seines Viehbestandes, der Urlauber auf der Sandburg, der hinterhältige Nachbar oder der studierte mit dem Tourismus-Konzept für Vorderschneutzelreuth, der obligatorische Leberkäse, die allgemeine Sicherheit, das Reinheitsgebot oder das Problem mit der Entsorgung eines Regenwurmes gaben Stoff für witzige, satirische Einakter.
Bissig bis makaber und abgründig, mit eigenen Kompositionen und bezaubernden Übersetzungen von Welthits ins Bayrische (Ketschap und Mayo) zog Rainer Berauer das Publikum in seinen Bann. Bis zum Schluss.
Vehement wurde dann Zugabe um Zugabe gefordert.
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Allgäuer Zeitung vom 24.09.2002
Gespräch mit dem Wurm
Rainer Berauer gibt in Oberstdorf bayerische Überlebenstips
von Stefan Nowicki
Was macht man mit einem Regenwurm, den man unversehens in seiner Jackentasche findet? Zurück in die Natur, fachgerecht entsorgen? Aber handelt es sich bei solch einem Tier um Biomasse oder um Sondermüll? Spitzfindig bringt Rainer Berauer all die Probleme unserer Welt seinen Zuschauern nahe, indem er sie konkret anwendet. Also was ist mit dem Wurm?
Alternativ könnte man ihn ja auch verzehren, so wie die Manager aus Industrie und Wirtschaft, die sich zum Survivaltraining auf einer Alpe versammelt haben. Möglichkeiten gibt es genug. Wie wäre es mit der Verwertung all der Tiere, die heutzutage dem Strassenverkehr zum Opfer fallen? Frei nach dem Motto von deutschen Strassen frisch auf den Tisch. Auch Regenwürmer bekämen als Wurstersatz eine ganz neue ökonomische Bedeutung.
Überaus frech hält Rainer Berauer uns einen Spiegel vor, hinterfragt Trends und hat die Lacher schon bald auf seiner Seite, denn nichts ist so komisch wie die überspitzten Wahrheiten und Schlussfolgerungen aus der bestehenden Wirklichkeit. Könnten wir nicht lachen, es wäre zum Heulen.
Doch der Kabarettist ist nicht böse, äußerst liebevoll zeichnet er seine Charaktere und ist vor allem da bissig, wo die Welt schon die obskursten Blüten treibt. Provokant zeigt Berauer sich als Internetchatter, Mitleid erregend als Hausmann, erschreckend authentisch als Magnus Edelrauther, Guru eines ganzheitlichen Kazookurses. Er erreicht sein Publikum und das trotz anfänglicher kleiner technischer Probleme und dem mit nur etwa 80 Zuschauern recht leer wirkenden kleinen Saal des Oberstdorfer Kurhauses.
Mag das ein oder andere auch schockieren, die Versöhnung ist nie weit entfernt. So wird auch der Wurm zum Freund und Gesprächspartner. Und dass Rainer Berauer auch ganz andere Töne anschlagen kann, demonstrierte er in seinen Liedern.
Eine grosse Rolle spielt in seinem Programm die Sprache, ob als Rhytmusinstrument oder durch Wortschöpfungen, Rainer Berauer kennt sein Medium genau und versteht es, auch und gerade als Oberbayer alle Möglichkeiten der Sprache zu nutzen und erweist sich als Komödiant sowie als Kritiker mit besonderer Klasse.
Wie es weitergehen mag mit ihm und dem Wurm, können wir nur ungeduldig erwarten. Um es mit dem Wurm zu sagen: "Der Rest ist Schweigen".
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Schwäbische Zeitung vom 14.09.2002
Der lüsterne Bekannte aus dem Tschättruhm
von Cornelia Addicks
Rottweil - "Prost Mahlzeit" heißt das Kabarettprogramm des Oberbayern Rainer Berauer, mit dem das Badhaus seine neue Saison eröffnete. Ob er philosophische Gespräche mit einem Regenwurm hält, Gitarre spielt oder beißenden Spott versprüht - Berauer ist gut.
"Ist die Heimat eigentlich pflegebedürftig? Und wie steht es denn überhaupt mit der Pflegeversicherung?" Problemlos lassen sich die tiefschürfenden Überlegungen zum Thema Heimat an den oberen Neckar verlagern. Und so erntet Berauer auch stürmischen Beifall für seine Überzeugungsarbeit als frischgebackener Tourismusförderer. Locker schlüpft der Gast am Tisch in die Rolle des Bürgermeisters, ein anderer in die des moralapostelnden Herrn Pfarrers, die es von dem werdenden neuen touristischem Gesamtkonzept zu überzeugen gilt. Da fetzt dieser Yuppie den Vorderschneutzelreuther Dörflern seine Trendhämmer um die Ohren, vergewissert sich immer wieder mit "Habts mi?". Extrem-Chamber-Windowing - auf gut Bayerisch Kammer-Fensterln - als Trendsport, das wär die Rettung für die Flaute im Übernachtungsgeschäft in der "verkehrspolitischen Wallachei" "Schnackseln darf nur der jeweilige Gewinner der Einzelwertung", beruhigt der Ideensprüher die Zweifler, die Damen dafür hätt er auch schon unter Vertrag, und "Blausiegel" als Sponsor.
Einen Stuhl, einen Paravant und ein paar Perücken, mehr braucht der Profi nicht, um sich in ganz verschiedene Urtypen zu verwandeln: in den gestressten Hausmann und dreifachen "Bappa", oder in den lüsternen Bekannten aus dem "Tschättruhm", der plötzlich vor der Tür der entsetzten E-Mailpartnerin steht, die Hand an strategischer Stelle. Hier schleift der Kabarettist haarscharf an der Geschmacksgrenze vorbei. Genial im Ansatz, aber noch ausbaufähig ist das Geheul der ADAC-teken um ihren PS-Totem aus Blech. Direkt aus dem Leben gegriffen wirkt der Frust über das eigensinnige Schiebedach. Hier und bei seinen Wurmdialogen erinnert Berauer an den grössten bayerischen Kabarettisten, Gerhard Polt. Und schallendes Gelächter erntet Berauer als lockenmähniger Volkshochschul-Fuzzi, der Veronika, Urban und Winfried in Nullkommanix einen ganzheitlichen Kazookurs aufs erstaunte Auge drückt. Köstlich.
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Oberpfälzer Nachrichten vom 30.07.2002
Vollpension mit Garantie
Rainer Berauer begeistert mit seinem Soloprogramm
von Vera Würf
Weiden. "Prost Mahlzeit." War das Thema des Abends, das der Mitorganisator Rudi Schieder bei seiner Begrüssung aufriff, denn im Stadtbad werde man immer bestens verpflegt. Nächstes Jahr könne man bereits auf eine Zehnjährige "Live im Stadbad-Geschichte zurückblicken.
Als der Kabarettist und einstige Giesinger Sautreiber Rainer Berauer anschliessend auf die Bühne trat (er bestreitete das Schlussprogramm des Kultursommers) begann gleich ein Feuerwerk der Seitenhiebe auf vorurteilsbeladene Bevölkerungsgruppen wie zum Beispiel die Männer. Daß ein schlanker Staat in Deutschland niemals erreicht werden könne, liege schon allein am Gardemass Mehlsack für unsere Politiker.
Manager und Führungskräfte nahm der Münchner Kabarettist als Alpenbewohner mit Filzhut und Pfeife beim Survivaltraining kräftig auf´s Korn, wobei er vermutete, dass Erstgenannte hauptsächlich die Steuerfahndung überleben lernen möchten. Dass er als Oberbayer in Weiden ja schon fast im Ausland sei, es hier keine Tram gebe aber trotzdem Leberkäs, bot der Regie von Claus Steigenberger folgend, eine wunderbare Überleitung zur Frage, wie denn der Regenwurm in die Jackentasche gekommen sei.
Da fahre man dann doch lieber in den Urlaub, in der zweiten Augustwoche, Vollpension, die Strandtücher an der selben Stelle wie letztes jahr, nur die Sandburg dritte Reihe links wurde an jemand anderes vermietet. Eine besondere Spezies Mensch untersuchte Berauer im Ein-Zimmerappartement mit Computer, an dem sich ein pelziger Zeitgenosse mit einem Chatroomcat verabredet, die er beim folgenden Blind date völlig verschreckt.
Die Scherze prasseln weiterhin auf das zahlreich erschienene Auditorium ein, der rote Faden ist der Wurm, mit dem zuweilen reger Dialog gepflegt wird. Mit dem Kabarettprogramm, das mit bissiger Satire vortrefflich unterhielt, wurde die Erfolgsstory von "Live im Stadtbad" für diese Saison abgeschlossen.
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Allgäuer Anzeigeblatt vom 16.07.2002
Knüppelhart komisch
Kabarettist Rainer Berauer nimmt Klischees aufs Korn
Von Lisa Gschwender
Gunzesried. Der Berauer war da. Er hat seinem Publikum Bayern erklärt.
Jetzt ist ja der Oberallgäuer Zuschauer vornehmlich Oberallgäuer und nicht Bayer. Der Berauer hat aber bei seinem Auftritt im Gunzesrieder "Kreuz" gezeigt, dass so viel Unterschied wohl oft gar nicht besteht. Denn die Figuren, die der Kabarettist in seinem ersten Soloprogramm "Prost Mahlzeit" parodiert, sind direkt aus dem Leben gegriffen. Und trotz des markanten oberbayerischen Dialektes riefen seine Sketche ein wissendes Lachen bei den Zuhörern hervor.
Da ist zum Beispiel der studierte Diplom-Verkehrswirt, der den Tourismus auf Vordermann bringen will. "Eine fundierte Ressourcen-Analyse" fordert der Studierte, was so viel heißt wie "Was hamma mir"?. Und weil die Experten angebotspolitisches Neuland betreten müssen, um Gäste anzulocken, entwickelt Berauer als Tourismusexperte eine verwegene Idee: Eine "Extreme-Kammerl-Fensterln-Challenge" auf der Alm muss her. "Gar nicht so blöd", murmelt bei der Gelegenheit ein Zuschauer, der sich anscheinend auskennt.
Ob als Senn, der sich pfeiferauchend über die Survival-Training-Touris vor seiner Haustür wundert; als Tierfreund, der ein schweres Leben hat, weil "die einem Vegetarier in einem oberbayerischen Dorf knüppelhart einen Wurstsalat servieren", oder als Heimatpfleger, der sich nicht sicher ist, ob die Heimat überhaupt ausreichend krankenversichert ist: Alle diese Originale, die Berauer verkörpert, scheinen irgendwie bekannt. Und obwohl die bissige Satire oft Allgemeingültigkeit hat, ist das rund eineinhalbstündige Programm keineswegs langweilig.
Berauer pickt sich aus den bayerischen Klischees einzelne Details heraus und inszeniert sie komisch, ohne sie der Lächerlichkeit preiszugeben. Obwohl der Bayer an sich wohl das Hauptziel in "Prost Mahlzeit" ist, bekommen auch andere vorurteilsbeladene Bevölkerungsgruppen ihr Fett weg. Zum Beispiel die Männer. Urkomisch der gestresste Hausmann, dessen Frau sich ein lockeres Leben in ihrer Aroma-Therapie-Praxis macht. Sonst tut sie aber nicht viel und lässt ihren Gatten ganz alleine mit der Hausarbeit und den drei Kindern. Ob mit dem verzweifelten Ehemann und Vater oder über ihn - gelacht haben bei dieser Nummer Zuhörer beider Geschlechter.
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Leonberger Kreiszeitung vom 20.09.2004
Von Iris Voltmann
Ausgefallene Freizeitgestaltung auf Bayrisch
Im Ruffkeller plädiert der bayrische Frechdachs Rainer Berauer für das "Vorderschneutzelreuther Tourismus-Modell''. Der Solokabarettist hat sich etwas Besonderes ausgedacht: das "Chamber-Windowing''. Statt Extreme-Snowboarding oder Extreme-Spaziering steht im Fantasie-Kurort "Schnackseln'' auf dem Programm.
Seinen Antrag vor einem fiktiven Gemeinderat trägt Rainer Berauer ernsthaft, aber gnadenlos dreist vor. Elegant nimmt er überzogene Vermarktungsstrategien auf die Schippe. Nur um dann das Publikum zu einem ganzheitlichen Kazookurs zu entführen. Mit blonder Perücke und wallendem Engelshaar philosophiert er von "Archaischen Möglichkeiten'' und "Melodien des Äthers''. "Doch was ist eigentlich ein Kazoo?'', scheinen sich seine Zuschauer erstaunt zu fragen. Der unverstandene Künstler wirft theatralisch die Hände in die Luft und sucht dann nach drei Freiwilligen, die bei ihm das Kazoo erlernen wollen. Er drückt ihnen drei viereckige Plastikkästchen in die Hand, und schon geht's los. "Nein, nicht blasen'', weist er seine Schüler zurecht, "sie müssen hindurchsummen.'' Das mehrstimmige Konzert klingt nach einer Herde Kühe oder mehreren Formel-1-Wagen. Der Künstler ist zufrieden.
Die kurze Verschnaufpause, während Berauer sich umzieht, kann das Publikum im ausverkauften Keller auch ganz gut gebrauchen. "Ich soll ja auch ein wenig Musik mit Ihnen machen'', sagt der Kabarettist mit einem schelmischen Grinsen, "ich hätte da etwas für Sie.'' Aber es müssten alle mitsingen. "Als es noch keine Alcomaten gab, da haben die Polizisten den Alkoholpegel mit Zungenbrechern getestet'', sagt er. Wer "Der Sepp, der Depp, hats Bschteck dschpät bschtellt . . .'' fehlerlos mitsingen kann, der hat am Samstag die Reifeprüfung bestanden. Als Berauer mit seinem Programm am Ende ist, will ihn das Publikum einfach nicht gehen lassen. Nach jeder Zugabe verlangt es stürmisch eine weitere. Und Berauer stellt sich jeder, mit seinem Lieblingswitz, mit dem zweitliebsten Witz oder mit seinem schweigsamen Freund, dem Regenwurm, der in seiner Hosentasche lebt.
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Allgäuer Zeitung vom 18.03.2004
Mit Edi auf Deutschlands Schienen unterwegs
Rainer Berauer schoss im Deutschen Haus auf die Politik
von Hanns-Michael Gum
Waal. Mit seinem neuen Soloprogramm "Harte Weiche" hat sich Rainer Berauer ins Genre des politischen Kabaretts vorgewagt.
Bei seinem Auftritt im Deutschen Haus in Waal überzeugte er mit seinem urbayerisch-komischen und treffenden Humor das Publikum voll von seinem Können.
Der bayerischen Sprache musste man schon mächtig sein, um die hintergründig-bissigen Verbalattacken gegen die bayerische und bundesweite Politik zu verstehen. Rainer Berauer veralbert nicht einfach irgendwie flach die Politprominenz, sondern trifft mit seinem beißenden Witz permanent ins Schwarze. Seine Ideen sind frisch, unverbraucht und fast genial. Dabei wird beim Publikum neben den Lachmuskeln auch das Hirn gewaltig strapaziert.
Von den ehemaligen "Giesinger Sautreibern" ist nur Edi übrig geblieben, ein Zuchtlinienendstandseber, von Amts wegen relativ früh in Pension geschickt. "Der Edi hat g´wonna bei Bayern sucht die Hoffnung. Jetz fahr ma nach Berlin zur Endausscheidung." Per Zug von Bayrischzell via München Hauptbahnhof nach Berlin. Ein uralter Koffer, die Reisegitarre, Edi und der schwarze Anzug von vor´m Krieg, mehr braucht der bekennende Oberbayer nicht für die Reise auf der Bühne.
Mögliches und Unmögliches
Das Schienengeflüster spannte weite Bögen zu möglichen und unmöglichen Themen. Da ging es um Eberquieken als Brauchtum, um "revolvierendes Pyramidalsparen" der weiß-blauen Regierung sowie der Tatsache, dass der Münchner Stadionbau "wie g´schmiert lafft" und Frauenfussball wie Männerhäkeln ist. Am Bahnhof gab´s die Ode auf Gleis eins: "Oh Schiene! Hart und unbeugsam, brauchst du doch eine harte Weiche."
Begeisterten Applaus erhielt der Fahrplanrefrain. "Viele Jahre müssen noch vergeh´n, bis wir diesen Plan versteh´n." Schwarz-Rot-Gold ging´s weiter: Der Kanzler sei nicht gerade ein Zwerg, aber der Ein-Kopf-Kürzer-Typ. "In Rosenheim sog´ns, des is a abbrennter und durchg´rauchter Hannoveraner Stump´n." Besser als Adam Riese rechnet der Eichel, da verschwinden Milliarden. Die FDP arbeitet am 18-Prozent-Projekt, "hinter dem Komma". Idealer Gegenkandidat in Bayern wäre ein Hutmacher gewesen, der sich mit dem Filz besser auskennt. Der Landtagswahlkampf war eh´ nur eine "Krönungsvorbereitung" für den Stoiber mit dem seltsamen Hobby: "Der is 35 Jahre verheiratet."
Wie am Schnürl sprudelten die Pointen. Es gab kein politisches Tabu, Berauer schoss mit seinem respektlosen Wortwitz auf jeden, ohne unter die Gürtellinie zu zielen. Die genialste Lösung fand er für das Maut-Debakel. "Das Berauer-Rezept mit Zweifacheffekt ist ganz einfach. In jedem LKW fährt einer der über vier Millionen Arbeitslosen mit - zum Kilometerzählen." Das Publikum war begeistert.
Endlich in Berlin, fehlten die Unterlagen für Edis Teilnahme am Wettbewerb. Bayerisch gelassen fügten sich die Reisenden in das Schicksal, die Zuhörer wurden mit dem "Mei Bauernkaff-Blues Berlin Berlin" vom Dauerlachen erlöst. Sie waren sich einig, dass Berauer mit seinem talentierten Schienengeflüster bald im Konzert der ganz Großen dieses Genres mitspielt.
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